CHRONIK DES TC LUTZERATH e.V von Bernd Steiner

 

Schulhoftennis

 

Vor genau 20 Jahren - im Frühsommer 1977 - trafen sich einige sportbegeisterte Lehrer (Gerhard Dietz, Helmut Franzen, Bernd Schäfer, Bernd Steiner, Heribert Surges u. a.) an manchen Nachmittagen auf dem Schulhof der damaligen Grund- und Hauptschule Lutzerath und skizzierten mit Hilfe von Maßband und weißer Kreide den Umriss eines Tennisfeldes auf den Asphalt. Zwei Korbballständer, verbunden mit einem Volleyballnetz, komplettierten das provi-sorische Spielfeld. Mit Schlägern, die damals noch einen Holzrahmen besaßen, wurden die ersten Schlagversuche mit mehr oder minder großem Erfolg durchgeführt. Das Spiel mit dem kleinen weißen Filzball bereitete den überwiegend jungen Lehrern offensichtlich so viel Freude, dass sicherlich einige sofort einem Tennisverein beigetreten wären. Leider gab es zu dieser Zeit noch keinen in Lutzerath. Das sollte sich aber bald ändern!

 

 

Clubgründung

 

Anfang November 1977 bekundete der hiesige Apotheker Heinz-Wilhelm Kerscht in einer Anzeige im Mitteilungsblatt der VG Ulmen seine Absicht, in Lutzerath einen Tennisclub grün-den zu wollen. Gleichzeitig informierte er auch den Lutzerather Gemeinderat und bat um Unter-stützung durch die Ortsgemeinde bei der Ausweisung eines Grundstückes zur Errichtung eines Tennisplatzes. Auf Grund der erfreulichen Resonanz sowohl beim Gemeinderat als auch bei der tennisinteressierten Bevölkerung fühlte sich Herr Kerscht in seinem Vorhaben bestärkt und lud für den 3. Dezember 1977 zu einer Gründungsversammlung ins Hotel Maas ein.

Nach ausgiebiger Erörterung der Standortfrage und der Gesamtfinanzierung der Tennisplätze wählten die anwesenden 35 Gründungsmitglieder Herrn Kerscht zum 1. Vorsitzenden des neu gegründeten Tennisclubs Lutzerather Höhe, Herrn Rainer Lehmann zum stellvertretenden Vor-sitzenden, Frau Monika Hennen (heute Wendt) zur Schriftführerin, Herrn Oskar Pötz zum Schatzmeister und Herrn Bernd Schäfer zum Sportwart.

 

 

Schulsporthalle

 

Ein halbes Jahr nach der Gründung des Tennisclubs wurde im Sommer 1978 die Schulsport-halle in Lutzerath fertig gestellt und zur Benutzung freigegeben. Außer der Schule hatten auch die Vereine aus Lutzerath und Umgebung ihren Bedarf an künftigen Hallenstunden vorher auf einer Sitzung der Vereinsvertreter mit Bürgermeister Scheppe angemeldet. Von 30 beantragten Hallenstunden wurden dem Tennisclub schließlich 24 zugewiesen. Somit hatten die etwa 60 Mit-glieder zum erstenmal in Lutzerath die Gelegenheit, offiziell Tennis zu spielen.

Der in grüner Farbe gehaltene Hallenboden mit einem integrierten Tennisspielfeld kam bei den Clubmitgliedern besonders gut an, da er wegen seines punktelastischen Verhaltens die Gelenke schonte und die Nebengeräusche beim Spiel dämpfte.

Bis heute nutzten die Clubmitglieder die Halle überwiegend im klimatisch ungünstigen Zeitraum von Ende Oktober bis Anfang Mai für das Jugend- und Erwachsenentraining, für Tennisturniere sowie an Wochenenden zum allgemeinen Spielbetrieb, sofern dieser nicht durch Meisterschafts-spiele anderer Vereine eingeschränkt wurde.

 

 

Tennisplätze

 

Nachdem die Grundstücksfrage mit der Ortsgemeinde Lutzerath und der Verbandsgemeinde-verwaltung Ulmen geklärt und auch die Finanzierung gesichert war, konnte der Tennisclub Lutzerather Höhe im Frühjahr 1979 mit dem Bau von zwei Tennisplätzen neben der Sporthalle auf dem gemeindeeigenen Gelände beginnen, welches durch einen Nutzungsvertrag auf unbe-stimmte Zeit unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde.

Am 8. September 1979 kam endlich der Tag, auf den die aktiven Clubmitglieder schon sehn-lichst gewartet hatten. Die von der Firma Borsch gebauten Tennisplätze wurden eingeweiht und für den Spielbetrieb freigegeben.

Von den Kosten, die ca. 97.000 DM betrugen, mussten die Mitglieder etwa knapp ein Drittel selbst tragen. Die Ortsgemeinde Lutzerath übernahm die Kosten für den Erdaushub in Höhe von 15.000 DM, und der Kreis bewilligte einen gleich hohen Betrag als Zuschuss. Zur Restfinanzie-rung musste außerdem ein Darlehen über 40.000 DM aufgenommen werden.

Eineinhalb Jahre später errichtete der Tennisclub neben den Freiplätzen ein Clubhäuschen (Aufenthalts- und Geräteraum), das am 31. Mai 1981 (einem Pfingstsonntag) eingeweiht wurde.

  

 

Statistik

 

Mitgliederentwicklung

 

 

 

 

Mitgliederstruktur

 

 

 

 

Al = Alflen                                Dr = Driesch                             An = Andernach

Au = Auderath                          Ge = Gevenich                          Lu = Lutzerath

Bü = Büchel                              Gi = Gillenbeuren                       We = Weiler

Co = Cochem                            Ke = Kennfus                           Wo = Wollmerath

 

 

Vorstandszugehörigkeit

 

Erster Vorsitzender                Sportwart                                Jugendwart/in

 

Heinz-W. Kerscht 1977 - 85      Bernd Schäfer     1977 - 79        Bernd Steiner    1986 - 92

Helmut Franzen    1985 - 92       Bernd Steiner      1979 - 85        Gisela Hanssen 1992 - 96

Oskar Pötz           1992 - 95       Othmar Gorski    1985 - 87        Christel Pötz     1996 - ....

Volker Buche       1995 - ....      Gerd Klapperich 1987 - ....

 

 

Sportliche Entwicklung

 

Martins-Pokal-Turnier

 

Von 1978 bis 86 kämpften die Herrenmannschaften von Lutzerath, Bad Bertrich und Ulmen (ab 1979) in Hallenturnieren um den Martins-Pokal der Verbandsgemeinde Ulmen. Nach 9-maligem ununterbrochenen Gewinn des Wanderpokals durch den TC Lutzerather Höhe fand das Turnier leider nicht mehr statt. Fast genauso erfolgreich waren auch die Tennisdamen, die sich erstmals 1981 an dem Turnier beteiligten und bis 1986 sechsmal ohne Unterbrechung den begehrten Wanderpokal in den Händen halten durften.

 

 

Verbandsspiele

 

In der Freiluftsaison 1980 nahm erstmals der Tennisclub mit einer 1. Herrenmannschaft an den Medenspielen in der Sektion West des Tennisverbandes Rheinland e. V. teil. Mit einem 1. Platz in der F-Klasse stieg die Mannschaft im gleichen Jahr auf und spielte bis 1983 erfolgreich in der E-Klasse. Wiederum gelang ein Aufstieg! Sowohl 1984 als auch 1985 konnte man in der         D-Klasse spielen, musste aber nach verpatzter Saison 1986 in der nächstniederen Klasse antre-ten. Erfreulicherweise gelang sofort ein Wiederaufstieg in die D-Klasse, und nach einem 1. Platz am Saisonende durfte die Herrenmannschaft im folgenden Jahr 1987 sogar in der C-Klasse spielen, aus der man sich 1989 als Tabellenletzter verabschieden musste.

Zum ersten Mal nahm 1983 eine Damenmannschaft des Tennisclubs an den Poensgenspielen teil. Ungeschlagen stieg sie sofort aus der E- in die D-Klasse auf, in der der fünfte Tabellenplatz gesichert werden konnte. Leider musste die Mannschaft Ende 1994 beim Tennisverband zurück-gezogen werden, da keine ausreichend große Anzahl von Spielerinnen mehr für die Mann-schaftsspiele zur Verfügung stand.

Ab 1986 spielte für den Tennisclub auch eine 2. Herrenmannschaft, die 1987 mit einem 2. Platz den Aufstieg in die D-Klasse schaffte.

Da viele der erfolgreichen Spieler inzwischen das Alter von 35 Jahren erreicht hatten, entschloss sich der Tennisclub, ab 1989 erstmalig mit einer Jungseniorenmannschaft in die neue Saison zu starten. Sofort gelang ihr der Aufstieg in die C-Klasse und im folgenden Jahr 1990 sogar in die spielstarke B-Klasse, in der sich die Mannschaft - ausgenommen das Jahr 1994 - bis einschließ-lich 1996 behaupten konnte.

Der Tennisclub hatte für 1992 die 1. Herrenmannschaft ab- und dafür eine weitere Jungsenioren-mannschaft angemeldet, die sofort einen Aufstieg in die D-Klasse schaffte und sich dort bis zu ihrer Abmeldung 1993 befand.

Die 1. Jungseniorenmannschaft war über viele Jahre hinaus die Parademannschaft des Tennis-clubs Lutzerather Höhe. Nach langen Überlegungen wurde die Meldung für 1997 zurück-gezogen, um einer neu formierten Seniorenmannschaft die Gelegenheit zu geben, sportliche Lor-beeren zu ernten. Der erfolgreichste Spieler, Oskar Pötz, stand der Mannschaft nicht mehr zur Verfügung, da er für die Spielsaison 1997 ein Angebot des Verbandsligisten TC Daun wahr-nahm, um dessen Seniorenmannschaft zu verstärken.

 

 

Hallen-Winterrunde

 

Seit Oktober 1989 wetteiferten die Tennisvereine des Kreises Cochem-Zell in einer Hallen-Winterrunde für Jungsenioren, die in der Dohrer bzw. Treiser Tennishalle  ausgetragen wurde, in den Leistungsgruppen A und B um die begehrten Pokale.

Die 1. Jungseniorenmannschaft des TC Lutzerather Höhe konnte in der Hallen-Winterrunde 1994/95 und 1996/97 jeweils die Kreismeisterschaft erringen.

 

 

Weitere sportliche "Highlights"

 

Bei den Tennis-Kreismeisterschaften 1990 in Blankenrath unterlag die Mannschaft des TC Lut-zerather Höhe erst im Endspiel dem TC Treis.

Im Rheinlandpokal für Jungsenioren trafen die Spieler 1995 in der ersten Begegnung auf den in der Verbandsliga spielenden TC Nassau und bekamen eine "Tennislehrstunde" erster Güte. Im darauf folgenden Jahr kam die Jungseniorenmannschaft nach Siegen über den TC Kaltenengers und TC Baumholder bis ins Endspiel und unterlag leider dem TC Hambachtal.